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Kommissar Maus - eine JAZZ-MÄUSEJAGD für Kinder mit der Musik
von Franz David Baumann
Am 12.Oktober verkündete der Oberste Mäusepolizei-Richter das Urteil gegen fünf
Mäuse-Jazz-Musiker und
verurteilte sie mitsamt ihren Instrumenten wegen
wiederholtem Käsediebstahl zu 2 Jahren Gefängnis.
Und da saßen sie nun hinter dicken Gefängnismauern. Wie lange sie schon hier waren,
wußten sie selber nicht. So verging die Zeit, und weil sie oft Langweile hatten, übten sie
jeden Tag auf ihren Instrumenten.
Paul zupfte den dicken Kontrabass..............
Buddy trommelte ein tolles Schlagzeug-Solo...........
Duke spielte Klavier, die Tonleitern rauf und wieder runter...........
Charly blies in sein cooles Saxophon...........
und Dizzy übte auf seiner Trompete.............
Und wer jeden Tag übt, na klar, der wird immer besser und bald waren sie eine richtig
tolle Jazzband !
Eines Abends saßen sie in der Gefängniszelle und verputzten ihre Käseration.
Ich finde, sagte Charly, wir sind schon viel zu lange hier.
Wie lange denn eigentlich, fragte Paul, aber niemand wußte es.
Ach, ist doch egal.Wir müssen hier raus, stellte Charly fest. Wir sollten nach New York
gehen, das ist der Traum jedes Jazzmusikers. New York ist das Jazz-Musik-Paradies !
Duke spielte mit seinen Fingern eine Tonleiter in die Luft - und wieder zurück.
Klar müssen wir hier raus, sagte er, aber wie ?
Du spielst uns eine Tonleiter, schlug Buddy vor, und wir klettern hinauf und drüben
wieder runter. Alle lachten.
Ach, erzähl keinen Käse, sagte Charly, der als einziger nicht mitgelacht hatte. Ganz im
Ernst, wir brauchen einen Fluchtplan.
Nun dachten alle nach und es war still in ihrer Gefängniszelle.
Plötzlich ging Dizzy ein Licht auf.
Ha !! Ich habs !!!
Na, da sind wir aber mal gespannt.
Also, hört zu: Was sind wir denn ?
Mm, Musiker.
Ja, aber was noch ?
Mm, Jazz-Musiker.
Ja, schon, aber....wir sind auch MÄUSE, erklärte Dizzy triumphierend.
Na toll, daß uns das mal einer sagt, murmelte Paul.
Ihr versteht nicht.....was können denn Mäuse am besten ?
Mm, Musik machen.
Jajajaja, was noch ?
Mm, Jazz Musik machen.
Ja ! Aber Mäuse können auch hervorragend Mäuselöcher graben ! So kommen wir hier raus !
Das stimmte: Mäuse können schnell die schönsten Mäuselöcher graben !
Nee, das dauert viel zu lange, meinte Paul, und anstrengend ist es auch noch.
Leute, wir müssen einen Trick anwenden. Übermorgen früh sind wir hier raus.
Ich habe einen
Super-Plan, versprach Charly.
Und da niemand etwas anderes einfiel, legten sie sich schlafen und vertagten die Sache
auf den nächsten Tag.
Am Morgen kam der Gefängnisdirektor zur Inspektion. Er war eigentlich ganz nett
und fühlte sich immer sehr wichtig.
Sagen Sie mal, sagte Charly, ich hab gehört, daß aus diesem Gefängnis schon mal
jemand ausgebrochen ist.
Das ist unmöglich, antwortete der Direktor.
Da hab ich andere Informationen, meinte Charly, es soll ganz einfach gewesen sein: hier
rechts und dann die Treppe runter. Dann die zweite links und gleich nochmal links bevor
man den kleinen Gang rechts runter geht. Zwei Stufen rauf und dann die Feuerleiter
hoch über die Mauer.
Hahaha, lachte der Direktor, das ist ganz ganz falsch. Ich kenn mich doch aus. Es gibt
nur einen Weg. Man geht hier links und dann die Treppe rauf. Dann die dritte rechts
und
gleich links, bevor man den Gang, wieder links, rauf geht. 12 Stufen runter und dann,
haha, über die Feuerleiter, wir haben gar keine Feuerleiter. Man muß den Blitzableiter
rauf und dann kommt man über die Mauer.
Der Gefängnisdirektor war mächtig stolz, daß er sich so gut auskannte. Und Charly war
froh, daß er nun einen richtigen Fluchtplan hatte. Gesagt, getan. Am nächsten Morgen,
Nebel lag wie ein dunkler Schleier über dem Gefängnisgebäude , schlichen unsere
Musiker erst nach links und dann die Treppe rauf. Dann die dritte rechts und gleich links
bevor der Gang, wieder links, rauf geht. 12 Stufen runter und dann den Blitzableiter
hinauf auf und so kletterten sie mit ihren Instrumenten über die Mauer in die Freiheit.
Erst Stunden später wurde ihre Flucht bemerkt. Hektik brach aus, alle rannten
durcheinander und riefen sich Befehle zu. Scheinwerfer wurden eingeschaltet und ihre
Lichtkegel irrten durch den dichten Nebel. Die Sirenen heulten und es war ein riesiges
hin und her.
Kommissar Maus wollte gerade das Büro verlassen, als das Telefon klingelte.
Der Gefängnisdirektor war am anderen Ende.
Sie sind, sie sind.........ausgebrochen, er war ganz außer Atem und fürchterlich
aufgeregt, heute früh sind sie ausgebrochen. Wir haben keine Spur von ihnen.
Mal langsam, sagte Kommissar Maus, wer ist ausgebrochen ?
Ja, unsere Gefängnisband ist weg, mitsamt ihren Instrumente, ausgebrochen,
durchgebrannt, geflohen, ausgebüxt, einfach weg.......
Ich komme sofort, sagte Kommissar Maus und legte auf. War es ihnen doch gelungen,
sich aus dem Staub zu machen; er mußte sich auf ihre Spur heften.
Sein Assistent Wachtmeister Henry sah in fragend an. Wachtmeister Henry kam gerade
frisch von der Mäusepolizei-Schule. Er erschien jeden Morgen pünktlich zur Arbeit, war
aber den ganzen Tag über ein bißchen schläfrig. Kommissar Maus wunderte sich, daß
gerade ein Wachtmeister immer so müde war.
Wir haben einen Notfall, sagte Kommissar Maus, Henry, hol den Wagen !
Immer ich, maulte der müde Wachtmeister Henry und klapperte mit dem Autoschlüssel.
Am Hamburger Hafen standen die fünf Jazzmusiker vor einem riesengroßen Dampfschiff.
Tja, nun, überlegte der Kapitän, ich könnte schon eine Musik-Kapelle an Bord gebrauchen.
Könnt ihr denn auch gut spielen ?
Klar können wir , erwiderte Charly, einen kleinen Beweis gefällig ?
Na denn, sagte der Kapitän, dann lasst mal hören.
(die Band spielt vor)
Ok, sagte der Kapitän, ihr seid engagiert. Kommt an Bord und gebt jeden Abend ein
Konzert für unsere für unsere Gäste! Ich gebe Euch dafür freie Überfahrt und Freibier -
äh nein - ich meine Freikäse !
Alle waren zufrieden. Endlich hatte sich das viele Üben doch gelohnt.
Kurz darauf verließ das Schiff den Hafen.
Kommissar Maus traf schnell am Tatort ein. Der Gefängnisdirektor wartete schon ungeduldig.
Keine Ahnung, wie die hier rausgekommen sind, stotterte er, das ist noch nie vorgekommen...
Schon gut, beruhigte ihn Kommissar Maus, aber ich dachte immer, das Gefängnis sei
völlig ausbruchssicher. Und doch muß es einen Weg geben......
Der Direktor überlegte: Ja. Nein. Ich meine doch. Hier ist alles sicher bis auf......
Nun ?
Naja, es gibt nur einen Fluchtweg, aber den kennt außer mir niemand:
Man geht hier links und dann die Treppe rauf. Dann die dritte rechts und gleich
links...ohje.... bevor man den Gang, wieder links, rauf geht...oh...... 12 Stufen
runter......oh.... den Blitzableiter rauf und dann...ohjeohje....... über die
Mauer...............
Soso, verstehe, schmunzelte Kommissar Maus, dann zeigen Sie mir jetzt mal die leere
Gefängniszelle.
Er suchte in der Zelle überall nach Spuren, sein Assistent Henry lehnte währenddessen
im Türrahmen und war ein bißchen eingenickt. Die Entflohenen hatten alles
mitgenommen, doch Kommissar Maus besaß eine detektivische Spürnase, suchte jeden
Quadratzentimeter ab und entdeckte….ein winziges Stück Papier. Es war von einem
Notenblock abgerissen und zeigte einige Noten und ganz oben in der Ecke die Worte:
Käsepy…..las der Kommissar. Käsepy, was soll das für ein Wort sein Käsepy…Käsepyree
oder
Käsepyjama oder Käsepythonschlange oder Käsepünktlichkeit oder Käsepüße…., ach
alles Käse.. die Käsepypypy…ramiden !! Die Käsepyramiden von Cheesy, die stehen in
Ägypten und Ägypten liegt in Afrika - da wollten sie also hin!
Henry....Henry ! Wachtmeister Henry schreckte aus seinem kurzen Schläfchen hoch.
Wir müssen los, entschied Kommissar Maus, Henry, hol den Wagen.
Immer ich, gähnte Henry und ging.
Paul, Buddy, Duke, Charly und Dizzy kriegten vor lauter Staunen den Mund nicht mehr zu.
Wow, die Käsepyramiden sind ja.......stammelte Duke......groß, riesig, gewaltig, eine
super-ultimative megageile......
(nanana, sagen alle Musiker).......ok, ok, aber ich bin überwältigt.
Die riesigen Käsepyramiden von Cheesy ragten ins Endlose, die Luft war
sonnendurchflutet
und es war wie im Schlaraffenland.
Charly übernahm wie immer das Komando.
Also, Leute, jetzt kommts drauf an. Als erstes müssen wir unsere Namen ändern, damit
uns die Geheimpolizei nicht so leicht finden kann.
Paul hieß ab jetzt Paul Limburger, aus Buddy wurde Buddy Buttercheese,
Duke: Duke Tilsiter, Charly: Charly Chester und Dizzy, der unbedingt einen
Doppelnamen haben wollte, weil er das so schick fand, hieß ab jetzt Dizzy Edamer-
Leerdamer.
Und wir müssen uns verkleiden, schlug Charly vor, niemand darf uns erkennen.
Mit schwarzen Sonnenbrillen, Turban und weiten Gewändern sahen sie aus wie echte
Beduinenmäuse. Sie packten ihre Instrumente aus und unter dem Namen "Archie & The
Sheppards"
legten sie los !
Kommissar Maus und sein Assistent trafen einen Tag später bei den Käsepyramiden von
Cheesy ein.
Aber es war schwer, hier die Ausreißer zu finden. Es gab zu viele Möglichkeiten, wo sie
sich verstecken konnten.
Am Abend gab es immer noch keine heiße Spur; Kommissar Maus verlegte die Suche auf
den nächsten Tag, setzte sich an die Bar und bestellte etwas zu trinken.
Auf der Bühne spielte eine Jazz-Kapelle. Es waren Beduinenmäuse mit langen weißen
Gewändern und schwarzen Sonnenbrillen.
Kommissar Maus hörte ein Weile zu und verließ wenig später die Bar. Er ging zurück
zum Hotel und hörte aus der Ferne noch die Musik . Plötzlich war da etwas, das ihm
bekannt vorkam……so spielte nur Dizzy Trompete….die Band aus der Bar, das waren sie !!
Die Musik brach plötzlich ab und Kommissar Maus lief so schnell er konnte zurück.
Wenige Minuten später sah er nur noch eine leere Bühne und seinen Assistenten, der auf
seinem Barhocker ein Nickerchen machte…..
Oh, das war aber knapp, schneller Leute, schneller….Charly und seine Freunde flitzten
hier links, dann die Treppe rauf. Dann die dritte rechts und gleich links bevor man den
Gang, wieder links, rauf geht. 12 Stufen runter und dann: Hallo Taxi Taxi ! Bringen Sie
uns zum Flughafen. Zur nächsten Maschine nach, nach, nach.....Paris !
Charly rief einfach den Namen der Stadt, die ihm gerade einfiel.
Paris, ohhhhlala, da gibts den schärfsten Käse, den man sich nur vorstellen kann, freute
sich Buddy.
Du denkst immer nur ans Essen, schimpfte Duke, außerdem Paris, ich dachte wir wollen
nach New York, das Paradies für jede Jazz-Maus……
Egal jetzt, rief Charly, nichts wie weg hier !
Schon 20 Minuten später waren sie im Flugzeug und auf dem Weg nach Paris.
Rund um die Welt mit Musik im Gepäck
kaum sind wir hier, sind wir schon wieder weg
wir flitzen und rennen, treppauf und treppab
Kommissar Maus, das war wieder mal knapp
fast und beinahe hättest du uns geschnappt
Kommissar Maus, das war wieder mal knapp !
Pech, dachte Kommissar Maus.Beinahe hätte er die Ausreißer gehabt. Leider war er
wenige Minuten zu spät gekommen. Jetzt mußte er dran bleiben ! Sofort griff er nach
dem Telefon.
Hallo, hier Kommissar Maus. Verbinden sie mich sofort mit der Flughafenpolizei !
Hello, hier Leutenant Mickey The Mighty Mouse. What is los ??
Hier Kommissar Maus. Stoppen sie bitte sofort das nächste Flugzeug, das starten will !!
Schnell !!
Well, ok, but, I'm sorry, you missed it ! Das Flugzeug ist schon gestartet und schon
weg and away !
Wohin fliegt das Flugzeug denn ?, fragte Kommissar Maus.
Well, to a wonderful place. To Paris. Nach Paris.
Wir müssen uns beeilen, entschied Kommissar Maus, wir müssen das nächste Flugzeug
nach Paris erreichen. Henry.....Henry, hol den Wagen !
Was ? Äh ja, immer ich, dachte sein Assistent und machte sich auf den Weg.
Im Flugzeug sah Kommissar Maus gedankenversunken aus dem Fenster. Paris - die
Stadt der Lebensfreude und -- der Liebe. Vor vielen Jahren hatte er Betty Brie - seine
große Liebe - in Paris kennengelernt. Es war eine schöne Zeit. Er erinnerte sich noch an
das kleine Cafe, indem sie sich oft
trafen und den herrlichen Ausblick mit einem herrlichen Käse genossen. Aber sie, seine
geliebte Betty, verliebte sich in eine andere Maus. In eine Künstlermaus, in einen Maler,
der Picassomaus oder so ähnlich hieß. Ach ja, die Liebe, die Liebe ist manchmal sooo ein
Käse ! dachte er.
Seine Gedanken wurden nur vom lauten Schnarchen seines Assistenten unterbrochen.
Im Abendlicht landeten sie in Paris und machten sich sofort an die Arbeit.
Ihre Suche dauerte fast zwei Tage, dann begab sich Folgendes:
Das Restaurant "Petit Fromage" mitten in Paris war noch leer und der Barkeeper gab
gerne Auskunft.
(Barkeeper frz.Akzent) Ja, Herr Kommissar, hier spielt heute abend eine superbe Jazz-Band.
Aber die Namen von den Typen sind ganz anders.
So, diese Namen haben sie also noch nie gehört, zweifelte der Kommissar.
Nein, nein, sie heißen Paul Limburger, Buttercheese, Tilsiter, Chester und Edamer-
Leerdamer oder so ähnlich.
Tja, dann , sagte Kommissar Maus, dann muß ich wohl woanders suchen.
Er weckte seinen Assistenten Henry, der mit dem Kopf auf der Theke lag und ein wenig
ausruhte und wollte gerade den Laden verlassen.
Da rief ihm der Barkeeper nach: Kommen Sie doch heute abend vorbei ! Es ist eine
phantastic Jazzband und der Trompeter spielt immer ein ganz besonderes Solo !
Ein Solo, was ist daran so besonders, fragte Kommissar Maus.
Oh lala, der Trompeter kann auf seiner Trompete zwitschern wie ein Vögel !
Ein Vögel ?
Ein Vogel, ein Vögelchen, klar ?
Das kam ihm doch sehr bekannt vor. Niemand, außer Dizzy konnte seine Trompete
zwitschern lassen wie ein Vogel. Er war auf der richtigen Spur.
Wir kommen wieder, rief er dem Barkeeper zu und weckte noch einmal Wachtmeister
Henry.
Wir müssen los, Henry, hol den Wagen.
Immer ich, sagte Henry.
Wenn uns dieser Kommissar erwischt, müssen wir wieder ins Gefängnis, jammerte
Buddy.
Erst mal muß er uns haben, erwiderte Paul, schieb mal keine Panik ! Bald sind wir in
New York und
dann werden wir erst mal berühmt, du wirst schon sehen.
Wir werden mit unserer Musik soviel Käse verdienen, meinte Dizzy, daß wir uns jedes
Fluchtfahrzeug leisten können !
Naja, Paris ist groß, der findet uns bestimmt nicht und sein Assistent, dieser
Wachtmeister Henry schläft sowieso mit offenen Augen, davon war Charly fest
überzeugt.
Am Abend fuhren sie ins Restaurant "Petit Fromage" mitten in Paris.Der Laden war voll
und die Band
war in bester Spiellaune !
Plötzlich öffnete sich die Tür und die Musiker sahen, wie Kommissar Maus eintrat.
Vor Schreck hörten sie plötzlich auf zu spielen - Alles war still, mucksmäuschenstill.
Kommissar Maus schaute sie streng an:
Nun, meine Herren, sie sind gestellt. Keine Chance zu entkommen. Keine Bewegung !!!
Die Musiker standen still und wagten kaum zu atmen.
Henry fragte mit halbgeschlossenen Augen: Ha-ha-ha-haben wir sie ??
Ja, antwortete Kommissar Maus, wir haben sie. Abtransport, Henry hol den Wagen !
Immer ich, wollte Henry gerade sagen, aber der Kommissar unterbrach ihn:
Gut.Ok. Das reicht, sagte er, sie bleiben hier und bewachen unsere Freunde, und ICH
hole das Auto, das geht sowieso schneller, in Ordnung ? Bin gleich zurück !
Und Kommissar Maus machte sich auf den Weg zur Tiefgarage.
Die Musiker standen immer noch starr vor Schreck auf der Bühne.
Wachtmeister Henry ließ sie nicht aus den Augen. Da kam Charly eine Idee und er
flüsterte:
Hey, Jungs, wir wär's, wenn wir ein kleines Schlaflied spielen ? Und sie spielten ganz
ganz leise das kleine französische Schlaflied:
"Bin so müde, muß jetzt schlafen, bring meine Träume in den Hafen,
bin so müde geh zur Ruh, mache meine Augen zu......"
Kaum war der letzte Ton verklungen, lag Wachtmeister Henry gemütlich eingekuschelt
vor der Bühne und schlief.
Als Kommissar Maus zurückkam, traute er seinen Augen nicht. Der Bühne war leer, die
Musiker waren weg ! Der Mann an der Bar zuckte die Schultern, spülte die Gläser und
vor der Bühne lag Wachtmeister Henry und hielt ein klitzekleines Schläfchen.
Wieder waren sie entkommen.
Rund um die Welt fliegt mit uns die Musik
wir passen auf, daß uns niemand kriegt
und wird es mal eng, wir machen nie schlapp
Kommissar Maus, das war wieder mal knapp
fast und beinahe hättest du uns geschnappt
Kommissar Maus, das war wieder mal knapp !
Noch ein ganzes langes Jahr verfolgte Kommissar Maus die Musiker -
Er verpasste sie nur ganz knapp in Brasilien: In Rio De Janeiro war gerade Karneval,
Tausende tanzen und feierten in den Straßen. Unmöglich, hier jemanden zu finden……
Er verfolgte sie in Buenos Aires, wo sie zusammen mit der berühmten Tango-Maus
spielten. Und er hätte sie erwischt, wenn sein Assistent nicht an einer roten Ampel fest
eingeschlafen wäre…….
…und in London:
Es war eine tiefschwarze Nacht. Big Ben schlug 12 Uhr. Kommissar Maus traf an einem
geheimen Treffpunkt einen alten Bekannten: Edgar Wallach !
Hallo, Herr Kommissar, schön sie zu treffen, flüsterte Edgar Wallach, ich hab
Informationen für sie. Ich weiß, wo die sind , die sie suchen. Sie verlassen gerade
London und ihr Weg führt sie in die Stadt
am Missi.....................
Ein Knall zerriß die nächtliche Stille, Edgar Wallach kippte nach hinten, fiel auf den
Boden und sagte erst mal nichts mehr. Der Kommissar beugte sich zu ihm hinunter und
stellte fest:
Aha, eine große Beule am Kopf. Tja, eine Maus, die jeden verpfeift, lebt gefährlich.
Edgar Wallach hatte ein hartes Stück Parmesankäse direkt am Kopf getroffen und ihn
vorläufig außer Gefecht gesetzt.
Kommissar Maus kombinierte: Die Stadt am Missi…. was hat er damit wohl
gemeint….Missi….
Mission….Missionar…..Missitrauen…Misouri…Mist…ah, natürlich, am Missisippi, der große
Fluß im Süden der USA. Und an diesem Fluß liegt New Orleans, die Stadt in
der in früherer Zeit die Jazzmusik entstanden ist. Er hatte wieder eine Spur.
Er weckte seinen Assistenten und sie machten sich auf den Weg über das weite Meer
nach New Orleans.
Rund um die Welt, schnell wie der Wind
Europa, Amerika - wir wollen überall hin
wir ziehn übern Ozean, da sind wir fernab
Kommissar Maus, das war wieder mal knapp
fast und beinahe hättest du uns geschnappt
Kommissar Maus, das war wieder mal knapp !
Charly und seine Freunde, die übrigens in London unter dem Namen "Sergeant
Shepperds Lonly
Cheese Club Band" spielten, waren nun schon um die halbe Welt geflohen. Und dann
kam dieser ereignissreiche Tag in (Spielort zB) ERDING. Hier lernten sie Karl-Heinz
Karrier kennen. Der war Manager und Chef einer großen, großen Plattenfirma.
Ich mache Euch zu Superstars, versprach er, und schaute geschäftstüchtig über seinen
Brillenrand.
Denn ich bin der größte und beste Jazz-Mäuse-Manager.
Superstars ? fragte Charly.
Superstars, und zwar in New York, dem Paradies aller Jazzmusiker, versprach Karl-Heinz
Karrier, schon in der nächsten Woche habt ihr im New Yorker Fernsehen den ersten
großen Auftritt.
Fernsehen ? wiederholte Buddy, in New York ? Aber, aber, dann können uns ja alle
hören und sehen !
Jaja, so ist das immer beim Fernsehen, grinste Paul.
Sie hatten es geschafft ! Ein Fernsehauftritt in New York - dem Paradies aller
Jazzmusiker! Endlich waren sie eine berühmte Jazz-Band !
Kommissar Maus und sein immermüder Wachtmeister Henry hatten auch in New Orleans
die Spur verloren. Sie waren weiter nach New York geflogen, um von hier aus das
nächste Flugzeug nach Europa zu erreichen. Im Hotelzimmer lehnte sich der Kommissar
in seinem Fernsehsessel zurück und dachte nach. Sollte er die Ausbrecher denn niemals
erwischen ?
Der Sprecher im Fernsehen sagte gerade:This is WNWY-NFBCheese-Jazz-TV !! Ladies
and Gentleman, hier kommt der Song, den jede Maus in New York City pfeift. Und hier,
live im Studio der große Sänger Mr.Henk Spinatra. (Musiker-Beifall) Und begleitet wird
er von der neuen großartigen Jazzband in unserer Stadt "Archie & The Sheppards" !
"There's a city where all the mouses beep
all day long and even when you sleep
Diese Stadt ist das Jazz- Mäuseparadies
auch der größte Käse schmeckt hier zuckersüß
Komm in die Stadt, die für alle Jazz-Mäuse sorgt
komm wir gehn heute noch nach New York !"
(übergehend in den Song )
Rund um die Welt, der Sonne entgegen
von Musik begleitet auf allen Wegen
und wird es mal eng, wir hau'n einfach ab
Kommissar Maus, das war wieder mal knapp
fast und beinahe hättest du uns geschnappt
Kommissar Maus, das war wieder mal knapp !
Der Kommissar starrte auf den Bildschirm und sogar Henry wurde für einen Moment
wach.
Wir müssen sofort zu diesem Fernsehsender fahren.Schnell, Henry……Henry , hol den
Wagen !
Immer ich, murmelte Henry und holte das Auto. Sie fuhren mit Höchstgeschwindigkeit
zum
Fernsehstudio WNWY-NFB CheeseJazz-TV.
Charly schaute aus dem Fenster des Fernsehstudios und bewunderte die Aussicht. New
York war schon eine tolle Stadt ! Die Wolkenkratzer kratzten am Himmel und in den
Straßen herrschte reger Betrieb. Da spürt man, wie klein man wirklich ist, vor allem,
wenn man eine Maus ist.
Plötzlich bemerkte er unten auf der Strasse ein Auto, daß mit großer Geschwindigkeit
vorfuhr und mit quietschenden Reifen anhielt. Die Wagentür öffnete sich und Charly sah
mit zitternden Knien, wie Kommissar Maus ausstieg und eilig die Treppe heraufstürzte.
(Er kam natürlich allein, sein Assistent Henry wurde beim Aussteigen plötzlich von
großer Müdigkeit überfallen und war im Stehen eingeschlafen)
Schnell, rief Charly, wir müssen weg !!
Wieso ?
Frag nicht, Kommissar Maus kommt gleich !!
(alle Musiker: Kommissar Maus !!!???)
Nichts wie weg !! ABER ES WAR ZU SPÄT !
Paul, Buddy, Duke, Charly und Dizzy sahen heute endlich ein, daß es keinen Zweck
hatte, zu fliehen. Sie saßen der Falle und sahen ziemlich blaß aus. Auf dem Höhepunkt
ihres Erfolges mußten sie nun wieder zurück in ihre Gefängniszelle.
Der Fall ist abgeschlossen, sagte Kommissar Maus und Wachtmeister Henry nickte,
nickte noch einmal und nickte ein.
Zu schade, sagte Charly, gerade jetzt. Aus die Maus !
Wieder 2 Jahre ins Gefängnis, so ein Käse, schimpfte Duke.
Was ? staunte Kommissar Maus, ihr wart doch schon fast 2 Jahre im Gefängnis. Ihr habt
eure Zeit doch fast abgesessen. Habt ihr denn gar keine Ahnung, wie lange ihr drin wart ?
(zu den Musikern: Nöö, keine Ahnung...........)
Na, dann will euch mal die Wahrheit sagen: Ihr seid 2 Tage bevor man euch sowieso aus
dem Gefängnis entlassen hätte, ausgebrochen. Ihr müßt nur zwei Tage nachsitzen !
Da waren alle plötzlich ganz still, mucksmäuschenstill.
Wollen sie damit sagen, Herr Kommissar, daß wir nur zwei Tage vor unserer Entlassung
aus dem Gefängnis geflohen sind ?? fragte kleinlaut Duke, der es gar nicht glauben
konnte.
So ist es, bestätigte Kommissar Maus.
Charly ist Schuld, rief Buddy, er hat den Fluchtplan geschmiedet.
Genau, Charly ist Schuld, regte sich Paul auf. Wegen 2 Tagen lassen wir uns durch die
ganze Welt jagen ! Immer auf der Flucht !!
Charly verteidigte sich: Von wegen, es hätte ja auch jemand von euch auf den Kalender
gucken können.........
(die Musiker diskutieren und streiten sich auf der Bühne)
So, das reicht !!
Alle waren plötzlich still und drehten sich erstaunt um. Da stand hellwach mit funkelnden
Augen Wachtmeister Henry.
Ruhe jetzt, was soll der Käse, schrie er, Herr Kommissar, es ist eine Ehre mit ihnen
zusammenzuarbeiten. Na, wie haben wir das gemacht ?! Ha, die Ausreißer
sind
geschnappt !
Nein, sagen sie jetzt nichts, ich weiß schon: Henry, hol den Wagen ! Bin schon
unterwegs.
Tja, wer sich mit mir anlegt, der muß schon ausgeschlafen sein ! Ha ! Von wegen immer
ich.
Da mußt du schon früher aufsteh'n....................
So verschwand er in großer Eile Richtung Tiefgarage. Alle waren völlig überrascht.
Tja, sagte Kommissar Maus in die Stille hinein, ich glaube, mein Assistent ist am Ende
doch noch aufgewacht !
Und alle lachten.
Aus der Band war wirklich etwas geworden:
Von Käsedieben und Ausbrechern und schlechten Musikern sind sie zu einer Top-Jazz-
Band geworden, die viel viel Käse verdient.
Und sie haben auch noch etwas gelernt: Man sollte hin und wieder mal auf den Kalender
schauen.
Und wenn sie nicht gestorben sind dann leben sie noch heute.......und spielen immer
noch ihren größten Hit:
Rund um die Welt bis zum Ende der Reise
mit viel Musik, mal laut und mal leise
die Jazzband spielt weiter, jetzt geht es ab
Kommissar Maus, das war wieder mal knapp
fast und beinahe hättest du uns geschnappt
Kommissar Maus, das war wieder mal knapp !
ENDE - aus die Maus !
© 2007 Henk Flemming
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